Gemeinsam an Lösungen arbeiten

Im Jahr 2006 beschloss der Hessische Landtag, dass es mit dem Wald im hessischen Ried so nicht weiter gehen kann - der Wald soll erhalten bleiben. Nach intensiven fachlichen und wissenschaftlichen Untersuchungen (Machbarkeitsstudie) wurde im August 2012 der Runde Tisch einberufen.

Ihm gehörten Vertreter der Städte und Gemeinden, der Forstwirtschaft, der Landwirtschaft, der Umwelt- und Naturschutzverbände, der Wasserversorger und der Politik an.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Darmstadt, des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie sowie weiterer Fach-Institutionen begleiten und beraten den Runden Tisch.

Am 12. März 2015 übergab der Leiter des Runden Tisches, Dr. Kummer, den am Runden Tisch im Konsens erarbeiteten Abschlussbericht an Frau Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser.

Die zentralen Ergebnisse des Runden Tisches sind:

Gezielte Anhebung des Grundwasserstandes (über den derzeit maßgeblichen Grundwasserbewirtschaftungsplan hinaus) mit Schutzmaßnahmen für Siedlungen und Landwirtschaft

  • Im Gernsheimer Wald sollte mit der Aufspiegelung des Grundwassers begonnen werden – als Pilotprojekt. Ob zusätzlich auch eine Aufspiegelung weiteren Waldgebieten erfolgen soll, kann nach dem Probelauf zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.
  • Die Wasser-Projekte zur Rettung des Waldes und zum Schutz von Landwirtschaft und Kellern in den Waldgebieten "Darmstadt 1 (Harras und Triesch), Groß-Gerau 3 (Büttelborner Wald) und Darmstadt 5 (Pfungstädter Moor) (v.a. das "Westwaldprojekt") sollten optimiert und fortgesetzt werden.

Waldbau intensiver auf Sanierung und Naturschutz ausrichten

  • Innerhalb aller europäischen Schutzgebiete (FFH-und Vogelschutzgebiete) sollte mit intensivierten walbaulichen Maßnahmen die Sanierung der Waldgebiete angegangen werden, in denen die naturschutzgesetzlichen Lebensraumtypen (Eichen-Hainbuchen-Wald, Waldmeister-Buchen-Wald) gefährdet sind. Entsprechende Beteiligung der und Entschädigungen für die Eigentümer sind dabei unabdingbar.
  • Auch außerhalb der europäischen Naturschutzgebiete leidet der Wald. Hierzu hat der Runde Tisch 26 sanierungsbedürftige Waldbereiche beschrieben. Zu ihnen sollte der notwendige Sanierungswaldbau – über das heutige Maß hinausgehend – ebenfalls umgehend beginnen.

Die Realisierung dieser Maßnahmen sicherstellen

  • Es wird empfohlen, zu prüfen, ob ein besonderer Träger für die Planung, Koordinierung, Mittelzuweisung und die Beteiligung der relevanten Gruppen und der Fachwelt (wie z.B. ein Waldsanierungsverband) gegründet werden soll.
  • Die Finanzierung dieser Maßnahmen hat der Runde Tisch nicht abschließend behandelt, sondern verschiedene Instrumente dazu geprüft.

Der Leiter des Runden Tischs, Dr. Kummer dazu: „Es hat sich gelohnt, die verschiedenen Interessen und die Kommunen im Ried zusammen zu bringen. Ich danke den Mitgliedern und den Beratern des Runden Tisches sehr für ihre konstruktive Mitarbeit. Was ich nicht hoch genug schätzen kann: Alle Teilnehmenden haben sich trotz unterschiedlicher Interessenausrichtung in die gemeinsame Empfehlungen eingebracht und tragen das Ergebnis mit. Das war so nicht von vornherein zu erwarten. Insbesondere bin ich positiv überrascht von der Ernsthaftigkeit, der Gründlichkeit und dem Sachbezug, die die Diskussionen am Runden Tisch geprägt haben. Der Runde Tisch hat mit seinen Ergebnissen ein Bündel geschnürt, das nun der Politik zur Entscheidung vorgelegt wird, insbesondere was die Finanzierung angeht.“